Mit dem Motorrad in die Sahara

Der Versuch mit drei Enduros die marokkanische Wüste zu erreichen.

Ein Reisebericht von Michael Möbius und Frank Holthaus auf traveldiary.de

Die Geschichte ist eigentlich schnell erzählt: Drei (ehemalige) Arbeitskollegen fahren ihre Mopeds (BMW 1150 GS, Yamaha XT 600 und KTM 660) im Kleinlaster nach Gibraltar, setzen mit einer Fähre über und versuchen mit ihren Enduros zu den Dünen von Erg Chebbi in Marokko zu fahren. Der eine Mitautor fällt nach ein paar Kilometern in Marokko aus, weil er als Fahranfänger sich und sein Motorrad völlig überschätzt. Einer der beiden anderen entwickelt im Laufe der insgesamt knapp 4000 km langen zweiwöchigen Tour eine extreme Abneigung gegen Sand, was in Marokko auf einem Motorrad nicht gerade von Vorteil ist. Der dritte im Bunde hält sich abwechselnd für Marco Polo (oder war es Kolumbus?), Neil Armstrong oder Indiana Jones und bildet sich ein, ein grandioser Abenteurer zu sein. Bevor es auf Seite 30 langsam mal los geht, wird zunächst in abwechselnder Erzählweise ausführlich die mehr als einjährige Vorbereitungszeit geschildert. Dadurch, dass jede Situation aus zwei Perspektiven geschildert wird, kommmt es natürlich zu Wiederholungen, die nicht gerade sonderlich interessant sind. Über Land und Leute erfährt man in dem Reisebericht relativ wenig, wohl aber über die Gedankengänge der beiden Autoren, die auch unterwegs in Kategorien wie "Projektleitung" oder "Führungsverhalten" denken, wenn sie nur am Steuer ihres Kleinlasters sitzen oder mit dem Motorrad gerade vorne fahren. Wirklich spannend ist allerdings das Kapitel, in dem sich die beiden Süddeutschen Motorrad-Touristen einbilden, von Osama Bin Ladens Anhängern verfolgt zu werden. Ein etwas weniger starrer Blick auf's GPS und etwas mehr Vertrauen in die marokkanische Bevölkerung hätten sicherlich gut getan.

traveldiary.de Reiseliteratur-Verlag
204 Seiten
Preis: 16,80   

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