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BMW OffroadDie Geschichte der GS |
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Dass BMW von Anfang an im Geländesport aktiv war, verwundert nicht wenn man bedenkt, dass in den 20er und 30er Jahren viele Straßen mit den heutigen so begehrten Schotterpisten identisch waren. Von daher mussten BMW Motorräder sich per se im leichten Gelände bewähren! Die damaligen Motorräder waren leicht und hatten von Haus aus grobstollige Reifen. Das Fahrtempo war damals eher langsam und die BMW's haben ja eine bekannt gute Drehmomentkurve. Aber um das Image der robusten Zweizylinder noch zu steigern, nahm BMW sofort an Geländefahrten teil. Schon der Prototyp der R 32 fuhr im Mai 1923 in der "Fahrt durch Bayerns Berge" mit. Das "Mekka" des Geländesports war aber damals England. 1926 nahmen zwei BMW-Fahrer mit R 37 Straßensportmaschinen an der Sechstagefahrt im englischen Buxton teil und gewannen die Gold- und Silbermedallie. Wohlbemerkt auf serienmäßigen Straßenmaschinen - spezielle Geländeausrüstung gab es damals nicht. Den nächsten richtigen Geländeeinsatz gab es erst wieder 1933. BMW stellte zur Six-Days '33 ein deutsches Team mit zwei R 16 und einem R 66 Gespann und sorgte in Wales bei den Engländern für Furore. Das Team schlug sämtliche leichte Einzylinder und holte die begehrte Six-Days Trophy nach Deutschland. Auch 1935 war das Team erfolgreich und 1936 gelang mit schweren Spezialmaschinen mit Kompressormotoren der Hattrick. Bis zum Krieg wurde das Trio Fritz Linhard, Georg Meier und Josef Forster auf verschiedenen BMW-Maschinen eines der erfolgreichsten Teams im Geländesport überhaupt - sie kamen, sahen und siegten! Und das auf Serienmaschinen, die sich lediglich in einer Motorschutzplatte, einer Pressluftflasche (zum Reifenauffüllen) und Knebelschrauben an den Achsen von den Straßenmaschinen unterschieden. Der Krieg brachte die Geländesporterfolge zu einem jähen Ende. Als nennenswerte Entwicklung aus den Kriegsjahren wäre das R 75 Gespann zu nennen, das als Spezialentwicklung mit angetriebenen Seitenwagenrad, Differenzialsperre, Rückwärts- / Geländegang und hydraulischen Bremsen als wirkliche Geländemaschine anzusehen ist. Nach dem Krieg waren die Deutschen lediglich ein wenig am Straßenrennsport interessiert, man hatte ja wahrhaftig andere Sorgen. Als Deutschland 1951 zu den Six-Days wieder zugelassen wurde, trat BMW aber sofort wieder mit einer bewährten Mannschaft auf Boxermotorrädern an. Obwohl man die großen Vorkriegserfolge nicht wieder erringen konnte, reichte es jedoch stets für einzelne Goldmedallien in verschiedenen Klassen. Nun war den Wettbewerbsmaschinen auch ein deutlicher Unterschied zu den Serienmotorrädern anzusehen: ein hochgelegter Auspuff, Einzelsitz mit Werkzeugtasche, Faltenbälge an der mittlerweile eingeführten Telegabel, Motorschutzbleche und Sturzbügel waren für den Geländesport notwendig geworden. Da mittlerweile im Geländesport immer mehr leichte Zweitakter als Spezialanfertigungen für Furore sorgten, sind die Leistungen der Fahrer auf ihren schweren BMW's umso höher einzustufen. Aber nach und nach wurden auch die BMW-Boxer weiterentwickelt. In den frühen Sechzigern wurde ein neuer Doppelschleifenrohrrahmen entwickelt, der mit einer neuen Telegabel und einem neuen Heck mit Teleskopstoßdämpfern dem heutigen Erscheinungsbild einer BMW-Enduro schon sehr ähnlich war. Die Straßenmaschinen blieben von diesen Entwicklungen zunächst unberührt, bis BMW 1966 seine Geländesportaktivitäten einstellte und 1969 endlich mit Erfahrungen aus dem Geländesport vollständig überarbeitete Straßenmodelle mit einem neuen Motor auf den Markt brachte. 1970 wurde BMW wieder im Geländesport aktiv. Man entwickelte ein neues Modell auf Basis der R 75/5 und gewann damit 1970/71 die deutsche Geländemeisterschaft. In den folgenden Jahren verlor BMW langsam das Interesse am Geländesport und stellte die Werksbemühungen langsam ein. In dieser Zeit waren es die Initiativen von Privatfahrern wie z.B. Herbert Schek, die in der BMW-Geländeszene für Aufregung sorgten. Scheks spektakulärer Eigenbau mit Maico-Teilen wog lediglich etwa 150 kg und war recht erfolgreich.
Dadurch wachgerüttelt brachte BMW schließlich 1978 eine aufregende Neuentwicklung mit dem nicht ganz unbekannten Namen "GS 800" heraus. Der Neubau hatte ellenlange Federwege, einen aus verschiedenen Teilen zusammengesetzten 800ccm Motor und wog nur 142 kg. Das Modell war von Anfang an erfolgreich und wurde ständig weiterentwickelt. Als "GS 80" mit Zentralfederbein und einem 798ccm Motor mit 55 PS wog sie nur noch 138 kg und gewann 1979 und 1980 die deutsche Meisterschaft.
Ebenfalls im Jahre 1980 gewann BMW bei den legendären Six-Days in Frankreich die Silbervase. Auf dem Höhepunkt der Erfolge stellte BMW die Werkseinsätze im Geländesport ein und konzentrierte sich fortan auf den Rallyesport. Die Fachpresse munkelte, dass BMW auf Basis der "GS 80" schon bald eine Serien-Enduro auf den Markt bringen würde. Den letzten Anstoß gab aber bereits der Gewinn der deutschen Geländemeisterschaft durch BMW im Jahre 1979. Einige Enthusiasten bei der BMW Motorrad GmbH, wie der Motorradbereich seinerzeit offiziell hieß, schlugen der Geschäftsleitung vor, auf Basis und mit den Erfahrungen der Wettbewerbsmaschinen eine zulassungsfähige Serienvariante zu entwickeln. Fahrversuche mit ersten Prototypen waren auf Anhieb so überzeugend, dass sich BMW Motorrad zu einer Serienentwicklung entschloss.
Die weltweit erste zweizylindrige Großenduro kam 1980 auf einen Markt, der bis dahin ausschließlich aus Einzylindermotorrädern bestand. Die R 80 GS mit 800 cm³ Hubraum, Kardanantrieb und Einarmschwinge war damals eine Sensation. Sie begründete ein völlig neues, bis dato nicht existierendes Segment - das der großvolumigen universell einsetzbaren Reiseenduros. Die R 80 G/S entwickelte sich in kurzer Zeit zu dem Motorrad für Globetrotter. Fernreisende in aller Welt lernten schnell die Leistungsreserven, den Langstreckenkomfort und die oft überraschende Geländetauglichkeit dieser Reiseenduro schätzen. Für den Fahrspaß auf der Straße sorgten eine vergleichsweise hohe Leistung, die überlegene Kraft aus dem "Drehzahlkeller", das stabile Fahrverhalten und die hervorragende Handlichkeit.
Bei der Langstrecken-Rallye von Paris nach Dakar im westafrikanischen Senegal waren BMW Geländemaschinen von Anfang an dabei. Im dritten Anlauf 1981 setzte sich der Boxer mit der sicheren Fahrtwindkühlung, dem tiefliegenden Schwerpunkt und seiner Wartungsfreundlichkeit mit dem Kardanantrieb endgültig durch. Der französische Wüstenspezialist Hubert Auriol gewann die Motorradwertung und konnte seinen Erfolg 1983 wiederholen. Die weiterhin auf Serienmodellen basierenden 1000 cm³-Zweizylinder siegten auch 1984 und 1985, der ehemalige Moto Cross-Weltmeister Gaston Rahier aus Belgien fuhr der Konkurrenz auf und davon.
Mit der 1988 erschienenen R 100 GS erfuhren die positiven Eigenschaften eine nochmalige Steigerung. Sie war zur damaligen Zeit die hubraumstärkste Enduro der Welt. Insgesamt wurden von den R 80/R 100 GS-Modellen weltweit 69.000 Einheiten abgesetzt, was einen überwältigenden Markterfolg darstellte.
Ein noch größerer Erfolg sind die seit 1994 auf dem Markt befindlichen GS-Modelle mit dem damals ganz neuen Vierventilmotor. Die R 1150 GS steht seit ihrer Markteinführung im Herbst 1999 (seit Herbst 2002 inklusive der R 1150 GS Adventure) in Deutschland und vielen anderen Märkten ganz vorne in der Zulassungsstatistik. Sie war auch in 2003, wie in den Vorjahren, das mit Abstand meistverkaufte Motorrad in Deutschland.
Die BMW F 650 GS und die Version BMW F 650 GS Dakar wurden erstmals im Jahr 2000 vorgestellt.
Weltweit wurden im gesamten GS-Segment seit 1980 rund 170 000 Modelle an Kunden ausgeliefert. Das neue Modell R 1200 GS ist wie der Vorgänger mit seiner Auslegung als "GS" (Gelände/Straße) ein Motorrad mit einem großen Einsatzbereich. Es lässt sich auch im Gelände unproblematisch und sicher fahren. Versierte Motorradfahrer meistern auch sehr schwieriges Off-Road-Terrain. Auf der Straße besticht die GS durch überragendes Handling, ein äußerst spurstabiles und komfortables Fahrwerk und große Kraftreserven.
Dies prädestiniert sie zum Räubern auf kurvenreichen Land- und Alpenstraßen. Mit ihrem ausreichenden Windschutz werden selbst lange Autobahnetappen nicht zur Strapaze. So wird die R 1200 GS auch als Fernreisemotorrad auf der Straße eingesetzt. Rein für's Gelände ist dagegen die BMW HP2 gedacht: Kein Sozius, keine Heizgriffe, kein ABS.
Die neuste Entwicklung von BMW im Geländebereich ist die G-Modellbaureihe. Die Modelle G 650 Xchallenge (klassische Enduro), G 650 Xcountry (typischer Scrambler) und G 650 Xmoto (Straßensupermoto) haben eine technische Basis, die je nach Einsatzzweck modifiziert worden ist.
Ab 2008 bringt BMW mit der G 450 X eine neue leichte Sportenduro auf den Markt. Außerdem werden die neuen Modelle der F 650 GS und F 800 GS mit Zweizylinder-Reihenmotor eingeführt.
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